Italien im Frühjahr

22/04 - Der Osterbesuch ist weg, das Haus ist wieder clean und somit starten wir gegen 10 Uhr unsere Tour in den Süden.

Die Gewichtskontrolle ist wieder zufriedenstellend und los geht´s. 

Wir wollen morgen durch Österreich und über den Brenner fahren, da für Donnerstag ein Kälteeinbruch und viel Regen/Schnee angekündigt ist. Von daher ist die Fahrstrecke mit knapp 700 km heute länger als sonst für uns üblich.

 

In Kiefersfelden finden wir noch Platz auf dem Wohnmobilstellplatz. Der Ort hat nur eine Durchgangsstraße mit wenigen Geschäften. Hier ist nicht viel los. 

Am Abend ordern wir die digitale Maut (12€) und die digitale Vignette (9,30€) für Österreich. Na, hoffentlich klappt das auch alles morgen.

Weiter geht's nach Italien

23/04  - 15 Grad am Morgen sind recht angenehm. Um 8:30 Uhr fahren wir weiter. Günstig getankt wird noch in Österreich (1,47€) und zum Glück klappt alles andere auch prima. Die Schranke öffnet sich am Brenner, wir haben keinen Stau an der Baustelle und dann sind wir schon in Italien. 

Heute übernachten wir auf einem Weingut. Dieses ist 4 km vom Gardasee entfernt. Wir haben uns für dieses Jahr bei Agricamper angemeldet. Da zahlt man einmalig einen festen Betrag und kann dann auf allen teilnehmenden Höfen kostenfrei stehen. Der Gastgeber freut sich natürlich über einen Einkauf.

Mit den Rädern fahren wir schnell die 9 km nach Lazise. Da gefällt es uns am Besten. Der Ort ist voll mit Touristen, für ein Eis steht man lange an. Aber es muss sein.

Zurück geht's immer am Seeufer entlang bis Peschiera. Viel neue Gastronomie ist direkt am See dazugekommen. Rudi braucht eine neue Batterie für seinen Tacho am Rad. Die finden wir in Peschiera schnell in einem Baumarkt.

 

Zurück am Weingut schaffen wir uns eine Unterlage im Bauch für die anstehende Weinprobe. Das ist auch besser so bei den vielen Sorten, die wir probieren müssen. Dann fällt uns die Wahl auf die richtigen Sorten nicht mehr schwer. 

Den Rest des Tages verbringen wir im herrlichen Sonnenschein am Auto mit Blick auf den Gardasee und die Weinberge.

Modena

24/04 - Der Regen am Morgen weckt uns gegen 7 Uhr. Bei der Abfahrt scheint schon wieder die Sonne. Schön ruhig und naturnah haben wir die letzte Nacht mit 3 Fahrzeugen gestanden. Das Angebot mit Agricamper gefällt uns gut und das werden wir öfter nutzen.

Wir beginnen die Weiterfahrt gleich mit Staus. Wollen eigentlich weiter fahren, haben heute aber keine Lust mehr. In Modena finde ich einen Camper-Club, ein Platz mit vollem Angebot wie Duschen/Toiletten usw.

Er ist mit einem großen Tor gesichert, man kommt nur mit einer Karte rein und raus. 

Die Stadt Modena ist vor allem für ihren berühmten Balsamico-Essig – Aceto Balsamico di Modena – und für ihre edlen Sportwagen, darunter Ferrari, Maserati und Lamborghini, bekannt.

Bunte Häuser mit vielen Arkaden prägen das Stadtbild. Der Piazza Grande ist der Mittelpunkt der Stadt. Hier steht der sehenswerte Dom und das Rathaus. Gleich daneben finden wir die Markthalle, in der richtiger Trubel herrscht. Es wird sozusagen alles angeboten was das Herz begehrt: Obst, Gemüse, Früchte, Fisch, Fleisch und natürlich der bekannte Balsamicoessig. Es gibt auch viele typische italienische Spezialitäten wie selbstgemachte Pasta und Antipasti. Auch Gastronomie ist reichlich vorhanden.

Mittags gibt's unser erstes Pastagericht und einen richtig guten Cappuccino. Nun sind wir in Italien angekommen 😀.

 

Radtour nach Vignola

25/04 - Heute ist Feiertag. Der 25. April ist in Italien der Tag der Befreiung von Faschismus und Nationalsozialismus.  

Im Reiseführer wird eine Radtour nach Vignola empfohlen. Bei 17 Grad Sonne/Wolken starten wir die 28 km Tour dorthin. Schnell sind wir auf dem gut asphaltiertem Radweg und bleiben bis zum Ziel auf seperatem Weg. Viele Radfahrer Gruppen sind unterwegs.

Vignola, das ländlich geprägte Städtchen an den Ufern des Panaro liegt am Fuß des Apennin. Berühmt sind vor allem die Kirschen, die hier geerntet werden. Eine Festung aus dem 9. Jh. mit den soliden Türmen steht zentrumsnah. In der Fußgängerzone gibt's ein nobles Cafe, das sehr empfohlen wird. Der Cappuccino ist preiswert, aber der angepriesene Schokoladenkuchen ist mit 4€ für ein winziges Stück doch sehr überteuert. Nun gut, wir probieren es - ist auch geschmacklich gut.

 

Auf dem Rückweg schauen wir uns noch die kleine Stadt Spilamberto an und stoppen später an einem Kiosk, der direkt am Radweg liegt. Hier ist ja was los! Viele Familien verbringen hier an langen Tischen den Tag mit Essen und Trinken. Die Kinder spielen auf dem großen Gelände.

Brisighella

26/04 - Weiter geht's heute früh ca.100 km in Richtung Osten und dann biegen wir in Richtung Süden zu den Bergen ab. Der Ort Brisighella wird im Reiseführer hochgelobt. Zentrumsnah gibt es auch einen Stellplatz für unseren Van.

Nebeneinander liegen der Rocca di Brisighella und der Torre dell’Orologio, ein 1850 wiederaufgebauter Uhrturm. Er hat ein Ziffernblatt von sechs Stunden.

 

Über unzählige Treppenstufen gehen wir erst zum einen, dann zum nächsten Aussichtspunkt hoch. Zum Glück ist es heute nicht sonnig, es ist für mich auch so anstrengend genug😅.

Der Ort liegt wunderschön am Rande des Apennin, er hat auch viele alte Bauwerke, die nett anzusehen sind. Aber trotzdem muss man diesen Ort nicht gesehen haben. 

Weiter geht's an die Adria - 200 km

27/04 - Der Stellplatz ist gestern Abend noch gut voll geworden, aber wir sind die einzigen deutschen Camper. 

Im Landesinneren - in der Toskana - wird für die nächsten Tage noch viel Regen angesagt. An der Küste dagegen viel Sonne bei 20-24 Grad. 

Südlich von Ancona steuern wir den ACSI Campingplatz Bellamare in dem Ort Scossicci an. Er liegt direkt am kilometerlangen Strand. Wir bekommen einen Stellplatz zugewiesen, auf schönem grünen Rasen. 

 

Sirolo

Mit den Rädern fahren wir nur ein paar Kilometer nach Sirolo. Es ist eine mittelalterliche Kleinstadt, die auf einem 125 m hohen Kreidefelsen am Ende des Sandstrandes liegt. 

Viele Italiener flanieren durch den Ort, sogar ein kleiner Kunsthandwerker Markt ist vorhanden. An der Piazzale Marino liegen wie auf einem großen Balkon Café an Café und von hier hat man einen tollen Blick auf die Felsküste. Im Café bekommen wir unsere Café Americano stilgerecht serviert: In den Tassen ein Espresso und dazu ein Kännchen heißes Wasser. So können wir uns den Americano selbst mischen und die Stärke bestimmen. Das haben wir bisher selten erlebt, finden wir aber toll.

Loreto

28/04 - 6 km landeinwärts liegt der Wallfahrtsort Loreto. 

Das Heilige Haus von Loreto ist der Legende nach das Haus, in dem Maria, die Mutter Jesu, aufwuchs und in dem sich die Verkündigung des Herrn ereignete. Es befindet sich mit einer figurenreichen Renaissanceverkleidung in der Basilika und macht diese als Ziel der Loretowallfahrt zum zweitwichtigsten Wallfahrtsort in Italien. Das Haus ist 9,25 Meter lang, 4,1 Meter breit und 5 Meter hoch. (Wikipedia)


Der gesamte Piazza Della Madonna ist umgeben von imposanten Gebäuden. Die Basilika können wir auch während einer Messe besuchen. Die Basilika Santa Casa di Loreto ist wirklich beeindruckend, im Inneren ist das kleine Elternhaus von Maria aufgebaut. 


In der Altstadt gibt es viele Geschäfte, die religiöse Figuren und Wandbilder verkaufen. Der Ort ist sehr gut besucht, viele Reisegruppen sind unterwegs. 


Kleine Wanderung zum Passo del Lupo

29/04 - Mit den Rädern geht's wieder hoch nach Sirolo. Wir starten die Wanderung am Friedhof von Sirolo. Zuerst geht's auf breitem Weg immer noch weiter bergauf und man hat von oben tolle Blicke aufs Meer. Dann wird der Pfad immer schmaler, aber die Tour dadurch interessanter. Vom Passo del Lupo schaut man auf zwei bizarre Felsen, die schneeweiß aus dem blauen Meer ragen. Ein toller Blick!!

 

Numana

liegt vor Sirolo, und wir stoppen auf dem Rückweg hier für einen kurzen Besuch. La Costarella ist der Einstieg in den Ort. Oh je, was staunen wir........152 Treppenstufen - und man ist oben!!

Ein schöner Rundumblick belohnt den Aufstieg.

 

Fahrt nach Vieste auf der Halbinsel Gargano - 400 km

30/04 - Eigentlich wollen wir heute noch einmal auf einen Agri Camper Hof, aber der Besitzer hat unsere Buchung nicht bestätigt. Hoffentlich passiert das nicht öfter.
Also machen wir heute einen langen Fahrtag und düsen nach Vieste durch. Links erblicken wir das Meer, rechts von uns liegt hügelige Landschaft mit Wein oder Oliven - und dahinter sehen wir schneebedeckte Gipfel. 
Die letzten 100 km auf der Halbinsel Gargano führen uns auf Nebenstraßen sehr kurvenreich zum Ziel. Dafür brauchen wir schon 2 Stunden.
4 km nördlich von Vieste fahren wir den Campingplatz Molinella an. Wir dürfen uns einen Stellplatz aussuchen und stellen beim Rundgang staunend fest, dass hier nur Deutsche Urlaub machen. 
Unser Stellplatz ist nur 1 Minute vom schönen Sandstrand entfernt. Rudi testet gleich das Wasser - es geht ganz sanft hinein - hat 18 Grad - und schwimmen ist erst ganz weit draußen möglich.
Direkt am Strand liegt ein schönes Restaurant, welches wir am Abend aufsuchen. Ab 18:30 Uhr hat die Küche schon geöffnet. Treffen hier auf ein Ehepaar aus Linz, die hier schon 20 Jahre Urlaub machen. Die versorgen uns mit zahlreichen Tipps.

Radtour nach Peschici

01/05 - Die Akkus unserer E-Bikes sind voll aufgeladen und los geht's auf die Tour nach Peschici. Wir wählen die kurvenreiche Strecke entlang der Küste, die nur von wenigen Autos befahren wird und sich sehr gut mit den Rädern befahren lässt. Das sind nur ca. 20 km und sollte trotz erheblicher Steigungen reichen. Am Ziel angekommen zeigen die Akkus nur noch 60% Leistung an. Die Steigungen waren doch heftig. 


Die Altstadt ist recht hübsch anzusehen aber wir sind uns einig: die Stadt ist kein ,"Muss man gesehen haben". Die Rückfahrt ist dann doch wesentlich entspannter. Es geht mehr bergab als hoch und so haben wir kein Problem mit den Akkus. 


Zurück am CP genießen wir den Tag in der Sonne. Heute wird mal wieder gegrillt. Wir haben inzwischen zwei neue - redefreudige - Nachbarn bekommen und haben damit gute Unterhaltung.


Leider gibt's hier Mücken am Abend. Da verziehen wir uns lieber rein und jagen die, die es geschafft haben, reinzukommen 😉

Vieste

02/05 - Was für ein Verkehr !! - ganz Vieste ist voll mit Autos, die versuchen vorwärts zu kommen oder einen der wenigen Parkplätze zu ergattern. Schnell suchen wir die Altstadt auf. Hier geht's auf unzähligen Treppen auf und ab, man läuft durch enge Gassen, oft zugestellt mit Außengastronomie. Viele kleine Geschäfte laden zum Shoppen ein. Ist schon sportlich und nett hier durch die Altstadt zu laufen. Schön ist auch der Weg direkt am türkisfarbenen Meer. 

 

Zum Mittagessen gibt´s heute Muscheln im Restaurant am Strand. Die haben wir lange nicht mehr gegessen und sie sind wirklich lecker.

An unserem Strandabschnitt steht ein Trabucco, das ist ein Holzgestell mit einem großen Netz zum Fischen. Der Fischer kann so bei jedem Wetter fischen und muss nicht aufs Meer hinausfahren. Sobald sich ein Fischschwarm darüber befindet, wird das Netz über Winden heraufgezogen. An dieser Küste sieht man sie häufig.

 

Weiterfahrt nach Polignano a Mare - 225 km

03/05 - Heute verlassen wir die hügelige, waldreiche Halbinsel Gargano und fahren nach Polignano a Mare. Diese Stadt wird überall angepriesen und soll einer der Höhepunkte in Apulien sein. Für die 225 km brauchen wir drei Stunden. Der erste Spaziergang in die Stadt bestätigt alle Beschreibungen. Menschenmengen lassen sich durch die engen, verschachtelten Gassen der Altstadt treiben. Sehr sehenswert ist die kleine Bucht mit kieseligem Badestrand. Mutige Jungen springen von hohen Felsen ins Meer. Kleine Boote  fahren mit lauter ital. Schlagermusik in die Grotten. Tourismus pur. 

 

Zum Abend gehen wir nochmals durch die Altstadt und entdecken andere schöne Ecken. Beeindruckend ist es ja, dass die Italiener um 21 Uhr noch mit ihren Kleinkindern unterwegs sind. 

 

Monopoli

04/05 - Da das Wetter die nächsten 2 Tage eher zum Baden als zur Stadtbesichtigung einlädt, fahren wir heute nur 20 km weiter auf einen großen Stellplatz direkt am Meer. Der Sandstrand ist recht schmal und auch noch nicht vom Strandgut gereinigt. Im Meer sind Steine und Felsen, da braucht man am besten Badeschuhe.   

 

Auf dem Stellplatz sind heute am Sonntag mehrere italienische Familiengruppen anwesend. Sie sind mit 3 Generationen unterwegs und gefühlt sprechen alle gleichzeitig. Es ist eine irre Geräuschkulisse. Bei uns gegenüber wird Mittags ein Teig angesetzt und geknetet, dann belegt und anschließend im Fett gebacken. Uns haben sie auch paar Teile rüber gebracht. Sind schon wirklich nett die Italiener 😄.


Am Nachmittag verschwindet die Sonne, wir radeln deshalb nach Monopoli. Auch diese Stadt ist heute am Sonntag voll. Teilweise ist das ein richtiges Geschiebe in den Gassen. Imposant ist die Cattedrale in der Stadt. Sie ist einfach so dazwischen gequetscht. Auch innen ist sie sehr prunkvoll. Die Bars und Cafés sind voll besetzt. Ja, die Italiener sind in ihrer Freizeit alle draußen unterwegs.


 

In Apulien schätzt und pflegt man nach wie vor die pasta fresca ( frische, von Hand hergestellte Pasta). Jede Gegend hat ihre eigenen Favoriten, hier sind es die Orecchiette, sehen aus wie kleine Öhrchen. Somit ist auf den meisten Speisekarten nur diese eine Pastaart zu finden. 

Vormittags radeln - am Nachmittag Strand

05/05 - Jetzt, wo die Italiener alle weg sind, stehen wir nur noch zu zweit auf dem großen Stellplatz. Platz ist hier für ca. 60 Fahrzeuge. Alles ist mit Oleander Büschen abgetrennt. Man hat viel Platz für sich selber, neben der Stellfläche für den Camper gibt es noch einen gepflasterten Bereich für Tisch und Stuhl. Toiletten und Duschen stehen auch zur Verfügung. 

Eine kleine Rundtour auf einsamen Wegen haben wir uns mit Osmand ausgearbeitet. Auf den Feldern wird schon einiges geerntet. Erkannt haben wir Zucchini, grünen Blumenkohl und viel glatte Petersilie. 

 

Olivenbäume findet man hier natürlich auch reichlich. Sie stehen gerade in Blüte. 

 

Die Olivenbaum-Blüte ist ein wichtiger Teil des Olivenöl-Anbauprozesses. Die Blüte beginnt normalerweise im späten Frühling und dauert etwa einen Monat. Während dieser Zeit sind die Olivenbäume von weißen Blüten bedeckt und die Luft ist mit einem süßen Duft erfüllt.

 

Heute am Montag sind wir einzigen Gäste am Strand. Viel ist hier noch nicht geöffnet.

Das Meer ist mittlerweile angenehm temperiert (meint Rudi)

.............mir ist das noch zu kalt

Alberobello - Stadt der Trulli

06/05 - Erst wird nochmals eingekauft und dann steuern wir den nächsten Stellplatz an. Hinter einem Wohnhaus hat ein pfiffiger Italiener auf einer großen Wiese einen Stellplatz angelegt. Alles ist da, Strom, WC, Dusche, Sitzgelegenheiten, Pool usw.  Der Blick geht über Felder mit Olivenbäumen. Der Besitzer bietet auch einen kostenlosen Transfer in die 2 km entfernte City an. Und das alles für 25€.

Alberobello liegt knapp 500 m hoch, hier oben ist es gleich ein paar Grad kälter.

Am Nachmittag besichtigen wir die vielen Trulli in der Stadt. Ca. 1400 Trulli gibt es in Alberobello.

 

Der Bau der Trulli war ein architektonisch gelungener Steuertrick. Im 17. Jdh. musste man den Lehnsherren Abgaben für gemauerte Siedlungen zahlen. Daher haben die Bauern ihre Steinbauten in Trockenbauweise errichtet. Weil dies ohne Mörtel geschah, galten sie nicht als gemauertes Haus.

Die Bauweise ist im Prinzip immer die gleiche: Auf einer annähernd quadratischen Grundfläche werden rohe Feldsteine in Trockenbauweise zu dicken Grundmauern übereinandergesetzt. Für das Dach werden flache Steinplatten in immer enger werdenden Kreisen so übereinandergelegt, dass jeder Stein zur Hälfte vom darüberliegenden Stein bedeckt und durch dessen Gewicht auch gehalten wird. Der Pinnacolo (Dachspitze) ist meistens kugel- oder sternförmig verlängert.

 

Der Ort wird total touristisch vermarktet, aber es ist auch witzig durch die Gassen mit den vielen Trulli zu gehen. Es sieht schon interessant aus. Viele Shops bieten in den Trulli  ihre Souvenirs an. 

 

Locorotondo - Radtour 30km

07/05 - Der Ort Locorotondo liegt nur ungefähr 10 km entfernt und soll eine schöne Altstadt haben. Das verbinden wir gerne mit einer kleinen Radtour. Auf Nebenstraßen kommen wir mit wenig Autoverkehr gut voran. Schon aus der Ferne sieht der Ort, der auf einem Hügel liegt, interessant aus. Schöne weißgetünchte Häuser in den schmalen Gassen mit viel Blumenschmuck gibt es hier überall. Auch viel Gastronomie gibt's an jeder Ecke. Zum Mittagessen kehren wir für eine Lasagne ein. Keine Überraschung ist für uns, dass auch hier das in Italien weit verbreitete "Coperto" verlangt wird, und zwar mit 2,50€ p.P. recht heftig. Das ist die Gebühr für Besteck.

Kurze Weiterfahrt zu einem Agricamper

08/05 - Heute können wir leider nicht draußen frühstücken. Um 8 Uhr ist es stark bewölkt bei 14 Grad. Zu 11 Uhr haben wir uns auf einem Agricamper Weingut für 1 Übernachtung angemeldet. Er ist nur ca. 20 km von hier entfernt. Auf Nebenstraßen kommen wir gut voran. Unterwegs gibt es laufend Schilder 50 km/h, aber außer uns interessiert das keinen, wir sind ein Bremsklotz. 

Wir werden nett begrüßt und der Chef zeigt uns den Stellplatz und alles Weitere. Wir verabreden eine Weinprobe für den Spätnachmittag.

Martina Franca

Wieder haben wir einen tollen Radweg hierher erwischt. Unterwegs sieht man immer noch Trulli, teilweise werden sie auch neu gebaut. Die kleine Altstadt haben wir schnell durch, sie ist ganz nett. Sehr viele deutsche Stimmen hören wir - später sehen wir den Trendtours Bus!!


Cisternino

Diesen Ort in 10 km Entfernung fahren wir nun auch noch an. Die Radwege hier im Valle d'Itria sind einfach toll. Cisternino liegt hoch oben auf einem Hügel. Hier gibt's für uns ein Eis und dann geht's zurück zu unserem Stellplatz und zur kleinen Weinprobe. 

Ist schon schön hier, nur die Internetverbindung schwächelt 😅.

09/05 - Heute früh müssen wir doch tatsächlich die Heizung anstellen. Draußen sind es nur 9 Grad (um 7 Uhr). Wir müssen runter von der Höhe. Eine Stunde später haben wir schon 18 Grad, das geht hier schnell. 

Weiterfahrt nach Torre dell' Orso

Heute geht's zurück an die Küste. Für den Nachmittag wird überall Regen vorhergesagt. Als nächstes Ziel haben wir uns einen kleinen Campingplatz (ca. 25 Stellplätze) in Torre dell' Orso ausgesucht. Hier soll es schöne Strände und Buchten geben. Der Ort liegt auch gut für Radtouren in die Umgebung. Gegen Mittag kommt tatsächlich noch die Sonne hervor und wir nutzen das gleich für eine kleine Erkundung der Umgebung. Torre dell' Orso ist ein reiner Badeort. Jetzt in der Vorsaison stehen noch alle Häuser leer. Der Weg zur Küste ist sehr trostlos. 
Auf einer kleinen Wanderung an der Küste entdecken wir schöne Felsformationen und die Grotta Della Poesia. 
Zurück am Platz treffen wir doch tatsächlich Camper, die schon in Vieste unsere Nachbarn waren. Wir tauschen die letzten Aktivitäten aus und dann kommt der angesagte Regen. Also ab ins Auto!

Otranto

10/05 - Otranto ist die östlichste Gemeinde Italiens. Sie liegt umgeben von mächtigen Mauern auf einer Felszunge. Mit kräftigem Rückenwind sind wir in einer Stunde dort. 

In den engen Gassen gibt es zahlreiche Souvenir - und Designerläden, in denen geschmackvolle Artikel verkauft werden. Und viele, viele Restaurants warten auf Gäste. Es macht Spaß da durch zu schlendern. Das Highlight der Stadt ist die Cattedrale di Santa Maria Annunziata aus dem 11. Jhd. Ein Mönch hat damals aus unzähligen Kalksteinchen den Boden der Kirche mit Mosaiken bedeckt. Auf ca. 800 qm sieht man Szenen aus dem Alten Testament - aber auch Fabelwesen und bäuerliche Alltagsszenen. Das ist total beeindruckend. 

 

5 km vor Torre dell' Orso stoppen wir an den Faraglioni in Sant'Andrea. 

 

Die Faraglioni von Sant'Andrea in Apulien sind ein wahres Kunstwerk der Natur : Die gewaltige Kraft von Wind und Wasser hat einen Küstenabschnitt von außergewöhnlicher Schönheit geformt!

Die hohen Klippen stürzen senkrecht ins Meer und verbergen Schluchten und Höhlen. Wenige Meter entfernt ragen gigantische Kalksteinformationen in Form von Bögen und Türmen aus dem kristallklaren Wasser.

 

Olivenbäume

Auf unseren Fahrten mit dem Fahrrad fallen uns viele vertrocknete Olivenbäume auf. Im Reiseführer finden wir auch eine Erklärung dafür.

 

Xylella fastidiosa heißt das Bakterium, das die Bäume zerstört. Millionen Olivenbäume im Salento, der apulischen Halbinsel, sind schon davon betroffen. Die Krankheit lässt die Bäume durch Austrocknung absterben. Der Ausbruch der Plage war im September 2013. Mittlerweile sind 8000 Quadratkilometer in Apulien von diesem Pflanzenschädling betroffen. Die Zahl der tödlich infizierten Olivenbäume wird auf 10 bis 15 Millionen geschätzt.

 

Vormittags Strand - Nachmittags Regen

11/05 - Sonne ☀️ und 24 Grad - wir legen uns heute Vormittag in den wunderschönen feinen Sand. Auch viele italienische Familien nutzen das schöne Wetter für einen Strandbesuch. Die Strandverkäufer mit Handtüchern und Schmuck laufen auch schon wieder auf und ab. Das Wasser ist hier etwas kälter meint Rudi. 

 

Am Nachmittag fängt es an zu regnen. Wir bleiben am Platz. 

 

Lecce - Die Barockstadt

12/05 - Für die heutige Radtour nach Lecce zeigt uns Binchens Lieblings-App (Osmand) einen wunderschönen Radweg, der uns auf gut asphaltierten Wegen total autofrei über 25 km in die Stadt führt. Das hat mal wieder super geklappt! Wir fahren ständig zwischen Olivenbäumen - die aber zum Teil abgestorben sind - und Weinfeldern zum Ziel. Wir sehen, dass auf großen Flächen junge Olivenbäume eingepflanzt wurden.  Es gibt neue Sorten, die weniger anfällig für das Bakterium sind.

 

Lecce überrascht uns sehr positiv. Viele prächtige alte, barocke  Gebäude, viele beeindruckende Kirchen -außen wie innen -  jede Menge Gastronomie und scharenweise junge Leute begegnen uns. Hier studieren über 29.000 an der Universität del Salento Lecce. Mittags um 12 Uhr hören wir an der Piazza Sant'Oronzo  aus einem Lautsprecher die Stimme des hier geborenen Tenors Tito Schipa mit einer seiner Arien.  Nette Idee!!

Nachdem wir 6 Kirchen besichtigt haben - alle prunkvoll ausgestattet - und gut zu Mittag gegessen haben, geht´s den gleichen Weg zurück.

 

 

Sentiero delle Cipolliane

13/05 - Nachdem wir die letzten Tage eine total flache Landschaft um uns herum hatten, staunen wir, als plötzlich kurz vor Santa Maria di Leuca wieder Berge vor uns auftauchen. 

Hier in Gagliano del Capo beginnt ein kurzer aber wunderschöner Wanderweg- der Sentiero delle Cipolliane . Auf schmalen, steinigen Pfaden führt der Weg hoch über dem Meer entlang. Eigentlich ist es mehr ein klettern über die Felsen. Hoch und runter geht's immer abwechselnd. Unser Ziel ist die Grotta Cippolliane. Der Weg dort hinunter ist schwer zu gehen, es geht auf glatten Felsen bergab. Aber der Aufwand lohnt sich. Einfach toll!!

Wir gehen den gleichen Weg zurück und sind 2 Stunden unterwegs. Ich fand's ganz schön anstrengend, auch weil die Sonne so knallt. 


Santa Maria di Leuca

Hier gibt's einen großen Stellplatz mit viel Platz. Alles ist vorhanden - Strom, WC und Dusche. Plötzlich fängt es an zu regnen und ein Gewitter tobt sich eine Stunde über uns aus. Gut, dass es uns nicht auf der Wanderung erwischt hat.

Am Nachmittag starten wir dann doch noch zu einer kleinen Runde durch den Ort. Zuerst steuern wir den Leuchtturm an, von hier sieht man den Ort tief unten direkt am Meer liegen. In Santa Maria di Leuca selbst ist nichts los, vieles hat noch nicht geöffnet . Man merkt, dass noch keine Saison ist. 

Das nächste Gewitter kommt, wir müssen den Abend wieder im Auto verbringen.

 

Wir sind jetzt seit 3 Wochen unterwegs und haben heute den südlichsten Punkt von Apulien erreicht. Hier treffen das Ionische Meer und die Adria aufeinander.


Morgen geht's dann wieder in Richtung Norden.