Und nun fängt auch der Regen an, heute unternehmen wir gar nichts mehr.
03/10 - Für heute ist ein Mix von Sonne/ Wolken 22 Grad angesagt und wir haben uns ausgiebig Zeit genommen, die Stadt zu besichtigen. Salamanca liegt auf 800 Höhenmetern. Sie hat 150.000 Einwohner und fast ein Viertel davon sind Studenten aus aller Welt. Mit dem Rad sind es 8 km auf einem eigenständigen, tollen und gut markierten grünem Radweg ohne Autokontakt bis in die Altstadt und die sind schnell zurück gelegt. So schön wie vorhergesagt wird es leider nicht. Viele Wolken verhindern schöne Fotos. Salamanca hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten und wir starten mit der Besichtigung der neuen und der alten Catedral, für die es ein Kombiticket gibt. Die Bauten sind einfach bombastisch, es erschlägt einen fast. Auch die Universität besteht aus mehreren prachtvollen Gebäuden. Der ganze Altstadtbereich ist ein architektonisches Kunstwerk. Wir besteigen einen der Türme der Stadt und haben tolle Aussichten in alle Richtungen. Der Plaza Mayor wird als einer der schönsten Plätze des ganzen Landes beschrieben - uns haut er aber nicht besonders um.
04/10 - Ohne Wecker schlafen wir wieder viel zu lange, erst 8:30 Uhr wird der erste wach. Wir haben 15 Grad und es ist stark bewölkt, neblig noch dazu, hier müssen wir weg.
Viel Glück haben wir dieses Mal nicht mit dem Wetter. Eigentlich soll es heute früh nach Segovia gehen - aber nicht bei Regen.
Wieder müssen wir unser geplantes Programm ändern. Schon nach 30 km Fahrt scheint die Sonne. Fast die ganze Fahrt verläuft bei 800 bis 1000 Höhenmetern. Drei total unterschiedliche Landschaften durchfahren wir. Zuerst gelbe Steppe, dann viele Weinreben mit vielen Bodegas und zum Schluss waldreiche Gebiete.
Nach gut 200 km stoppen wir in Langa de Duero auf einem Stellplatz. Wir müssen uns unbedingt bewegen. Im Ort gibt's einen Kaffee und dann laufen wir hoch zum Turm. Ist eigentlich eine schöne Gegend hier.
Viel ist hier im Ort aber nicht los und wir fahren nochmals eine Stunde weiter bis Almazán. Der Ort liegt auf 1000 m Höhe. Es ist zwar sonnig, aber zum Abend wird es kühl. Morgen müssen wir unbedingt aus den Bergen weg. Wir erkunden noch ein wenig den Ort und kehren in ein Cafe für ein Bier und ein paar Tapas ein.
Der ganze Ort ist wie ausgestorben, als wir so um 18 Uhr durchlaufen. Aber als wir aus dem Cafe kommen und zurückgehen, sehen wir ganze Familien mit ihren kleinen Kindern auf den Plätzen, im Park und auf dem Spielplatz. Um die Uhrzeit sind bei uns die Kinder schon längst im Bett.
5 Grad waren es in der Nacht, heute Mittag sollen es 24 Grad warm werden. Ist schon irre.
Es geht weiter in Richtung Osten. Wir stoppen nach wenigen Kilometern für einen kurzen Gang durch Monteagudo de las Vicarias. Das ist eines der schönsten Dörfer Spaniens. Hoch oben liegt ein Castillo und eine Iglesia. Die Gegend hier ist wunderschön, rotes Gestein und kahle Berge beherrschen die Landschaft.
Unterwegs sieht man hier in der ganzen Region Aragonien unzählige Felder mit Sonnenblumen. Diese sind jetzt natürlich schon ganz vertrocknet.
Nach ca. 80 km erreichen wir unser Zwischenziel in Nuévalos.
Nicht weit entfernt von Nuévalos liegt die Anlage des Monasterio de Piedra. Das Monasterio de Piedra ist ein ehemaliges Kloster (heute ein Hotel) in einer atemberaubenden Natur-Landschaft, wo der Río Piedra ein unglaubliches Wasser-Spektakel veranstaltet. Überall stürzen Wasserfälle von den Klippen, rinnen breite Wasserfächer über die Felsen oder strömen Flussarme durch selbst geschaffene Grotten und Schluchten.
18,50€ pro Person/ Senioren 13€ werden für den Eintritt in den Park und die Besichtigung des Klosters verlangt. Dann muss es ja schon was Tolles sein!!
2,5 Stunden laufen wir auf der blauen Route den Pfeilen nach, unzählige Stufen hoch hinauf, später wieder runter und das fortlaufend. Immer wieder liegen Wasserfälle am Weg, wir haben schöne Ausblicke in die Ferne - aber am besten ist die Runde durch die Iris-Grotte, ganz dicht am größten Wasserfall vorbei. Das ist gigantisch, was sie da angelegt haben.
Auf kurvenreichen Straßen durch eine leicht hügelige, abwechslungsreiche Landschaft fahren wir zum Übernachten auf den Stellplatz nach La Almunia de Doña Godina kurz vor Saragossa. Wir können tatsächlich mal lange draußen auf der Plaza Mayor bei Cerveza und Tapas sitzen, das haben wir lange nicht gehabt. Das gefällt uns gut. Wir sind weit und breit die einzigen Urlauber unter vielen Einheimischen. Toll!
06/10 - Nach einer ruhigen Nacht bei 20 Grad auf dem kleinen Stellplatz brechen wir wieder auf zum nächsten Ziel. Hier merken wir schon, dass wir nicht mehr in der großen Höhe der vergangenen Tage sind. In knapp 100 km Entfernung liegt Saragossa. Die Stadt liegt ohnehin an unserer Strecke und einfach vorbeifahren wollen wir nicht. Also legen wir einen Stopp für einen Stadtbummel auf dem Stellplatz ein. Die 4 km in die Innenstadt fahren wir auf einem gut gekennzeichneten Radweg. Die Basilika de Nuestra Señora ist ein bombastischer Bau! Zu unserer Überraschung ist hier der Eintritt frei, trotz eines laufenden Gottesdienstes! Mit vielen anderen Touristen schieben wir uns durch die Kirche. Es ist alles sehr beeindruckend. Die ebenfalls sehenswerte Catedrale können wir nicht mehr anschauen. Die wird praktisch vor unseren Augen geschlossen.
Ein weiterer Höhepunkt in Saragossa ist der Palacio de las Aljaferia. Hier ist der Eintritt am Sonntag bis mittags ebenfalls frei. Also nehmen wir das auch noch mit.
Heute beginnt für eine Woche ein Fest - Virgen del Pilar (Schutzheilige der Stadt) Saragossa - ein Riesenspektakel mit Tanzauftritten, Lifemusik und sogar Rundfunkanstalten. Alle Plätze und Straßen sind überfüllt und überall ist gute Stimmung. Nach ein paar Stunden machen wir uns an die Weiterreise.
Es ist mittlerweile stark bewölkt bei 26 Grad. So soll es die nächsten zwei Tage auch bleiben.
Am Ebro im Ort Mequinenza liegt ein kleiner Campingplatz mit nur 16 Stellplätzen. Den fahren wir an und bleiben zwei Nächte und machen mal nichts!!
Endlich kann man bis Mitternacht draußen sitzen und das milde Klima genießen. Wir haben hier das Tal erreicht, wir sind immer bergab gefahren. Kurz vor dem Ziel haben wir den Nullmeridian überquert. Jetzt können wir bei den Koordinaten das Minuszeichen weglassen.
07/10 - Wir haben es tatsächlich geschafft, heute nichts zu unternehmen. Nur am Vormittag ein kurzer Gang in die Stadt zum Einkaufen, das war es dann auch. Den Rest des Tages haben wir draußen am Auto gesessen. Am Abend kochen wir mal wieder selbst. Es gibt gesunde Küche mit viel Gemüse und es schmeckt auch lecker.
Die Spanier in der Region Aragonien leben nach unserer Ansicht sehr ungesund. Sie können wohl morgens, mittags und abends Baguettes (Bocadillo) essen. Das ist ein kleines Baguette belegt mit Verschiedenem. Die angebotenen Tapas sind oft frittiert, oder mit viel Mayonnaisensalat belegt. Manches hört sich schon komisch an......Callos = Schwielen, Ohr in Soße und noch so komische Dinge. In den Bars werden auch viele Tapas angeboten , die teils sehr unappetitlich aussehen, fettiges Fleisch schwimmt in merkwürdigen Soßen. Etwas gesundes wie Salat oder Gemüse haben wir bisher nicht gesehen.
Zum Abend fängt es leider auch noch an zu regnen. Das Wetter ist hier im Süden immer noch sehr unbeständig, morgen geht's weiter in Richtung Ostküste. Dort in Katalonien ist die Küche eine ganz andere.
08/10 - Wir fahren heute weiter in Richtung Ostküste ans Mittelmeer. Die Landschaft bleibt weiter abwechslungsreich. Nach 83 km stoppen wir am bekannten Kloster Monestir de Santa Maria de Poblet. Dieses ist das größte noch aktive Zisterzienserkloster Europas. Über eine App auf unserem Smartphone nutzen wir dieses als Audioguide. Wir werden durch viele Räume, die Kirche und den Kreuzgang geführt. Das Konzept funktioniert sehr gut.
Weiter geht's 88 km über die Autopista zu unserem heutigen Ziel nach Sitges. Obstbäume wechseln sich mit Olivenbäumen ab. Die Region um Lleida ist bekannt für seinen Obstanbau - Pfirsiche, Nektarinen und Äpfel stehen dabei im Vordergrund. Man spricht vom Obstgarten Europas.
Schnell erreichen wir den Campingplatz in Sitges. Er ist noch sehr gut besucht und hat überwiegend kleine Plätze. Wir buchen erstmal für 3 Nächte. Gut, dass wir nur 6m lang sind. Es gibt hier einen kleinen Supermarkt, ein Restaurant und sogar einen Pool. Der hat nun im Oktober schon geschlossen.
Mit den Rädern starten wir zur Erkundung der Stadt und schauen uns auch erstmal die Strände an. Das Meer hat eine tolle blaue Farbe und bei dem schönen Wetter sind auch viele am Strand und im Wasser. Das werden wir morgen auch mal testen. Sitges hat 17 Strände!! Es ist heute sonnig bei 26 Grad .
Sitges gefällt uns viel besser, als wir erwartet haben. Es hat einen Altstadtkern mit vielen Shops und Gastronomie. Hier herrscht ein buntes Treiben in den Gassen.
In Sitges findet jedes Jahr im Oktober ein internationales Filmfestival für Fantasy-Filme statt. An mehreren Plätzen finden täglich Veranstaltungen statt.
Unseren ersten Rundgang durch die Stadt beenden wir in einer kleinen Bar mit einem Bier und ein paar Tapas. Man bedient sich selber bei den Tapas und lässt die Stäbchen auf dem Teller liegen. Die haben eine unterschiedliche Länge/Preis. Danach wird am Schluss abgerechnet. Ist eine tolle Sache.
09/10 - Heute früh ist es noch leicht bewölkt. Mit dem Rad sind es auf dem kürzesten Weg 7 km in die Nachbarstadt. Es geht aber über einen Berg und durch einen Wald auf Schotterbelag.
Als Badeort ist Vilanova i la Geltrú mangels schöner Strände nicht sehr interessant, aber ein großer Hafen ist vorhanden und ein Golfplatz. Die Rambla ist gut gelungen und bietet reichlich Möglichkeiten zum Einkehren. Hier essen wir heute mal was Gesundes......wir bestellen uns eine Bowl. Sie schmeckt sehr lecker!!
Ein großer Platz - Placa de la Vila - ist auch sehr sehenswert. Besonders die Pflastersteine sehen total toll aus. Das war es dann aber auch schon mit den Sehenswürdigkeiten. Wir finden zufällig noch sowas ähnliches wie ein deutsches Brot und radeln dann zurück. Wir wollen ja noch an den Strand.
Am Strand ist noch viel Platz. Die hohen Wellen haben heute schon einen Teil des Strandes überspült und toben auch jetzt noch ganz schön. Bine prüft das Wasser, es ist viel wärmer (23 Grad) als der Atlantik und sie genießt es. Auch ich habe meinen Spaß im Meer. Nach einiger Zeit bemerken wir, dass die Wellen immer stürmischer werden und es kommen Lautsprecherdurchsagen, dass die gelben Flaggen gehisst wurden und erste Warnungen werden laut. Plötzlich kommt richtig starker Wind auf und die roten Flaggen werden gehisst. Das sind nun wohl die angekündigten Auswirkungen vom Hurrikan Kirk. Der Sand peischt uns ins Gesicht - es ist sehr ungemütlich und wir fahren lieber schnell zum Campingplatz. Wir haben die Dachfenster offen gelassen und schauen lieber nach dem Rechten. Hier am Platz weht aber gar kein Wind mehr.
Nach einer Pause fahren wir in die Stadt und bummeln durch die Gassen. Hier merkt man von dem Sturm überhaupt nichts. Die Gassen sind voller Menschen. Wir finden diesmal einen schönen Teeladen und können unsere Vorräte auffüllen. Es gibt in dieser Stadt sehr schöne Geschäfte mit hochwertigen Waren.
An der Tapas Bar von gestern kommen wir nicht dran vorbei! Ein Bier und zwei Tapas müssen schon sein.
Heute Abend sitzen wir bis Mitternacht bei 22 Grad draußen. Ach, schade, dass es nicht noch paar Tage so bleiben kann 😔.
10/09 - Wir schlafen lange und frühstücken spät. Heute ist Markt in Sitges. Wir brauchen auch wieder Obst und Gemüse, also nichts wie hin. Ein Gemüsestand, ein Blumenstand und einige Stände mit Kleidung sind aufgebaut. Ein bisschen größer haben wir es uns schon vorgestellt. Beim Gemüsestand muss man eine Nummer ziehen, da ist eine Menge los. Das sollte bei uns auch mal eingeführt werden. Wir bekommen zu unserem Einkauf noch eine Knoblauchknolle und ein Bund Petersilie geschenkt.😄
Am Nachmittag ist Strandtag. Das Wasser ist herrlich. Wir genießen den Nachmittag bei schönstem Sonnenschein!
Am Abend fahren wir noch einmal in den Ort. Bine braucht unbedingt noch Müsli, das
finden wir sogar in einem Bio-Laden. Dann besuchen wir mal eine andere Tapasbar. Hier ist die Auswahl sogar noch größer. Bei den Preisen sind sie sich aber wohl alle einig. Ist aber wieder sehr
lecker! Zum Abschluss finden wir noch einen Delikatessenladen und kaufen leckere Schokolade ein. Das ist lose Schokolade, wo sie nach Gewicht die Stücke zuschneiden. Auch viel Nougat wird hier
verkauft. Die Spanier scheinen Süßmäuler zu sein.
11/10 - Der angekündigte Regen ab heute ist "verschwunden" 😅 und wir verlängern unseren Aufenthalt hier um 3 Tage. Die werden wir gemütlich am Platz und Strand verbringen. Mittags setzen wir uns am CP Restaurant auf einen Salatteller hin.
Am Nachmittag machen wir bei schönstem Sonnenschein einen langen Spaziergang entlang der Küste bis zum Jachthafen.
Nach sechs Wochen Urlaub ist hier heute das erste Eis fällig. Eine Kugel kostet 3,90€ , zwei Kugeln 4,90 €
12/10 - Vormittags ist es stark bewölkt und es nieselt auch ab und an. Wir legen wieder einen Ruhetag auf dem Campingplatz ein. Am Nachmittag wird es wieder freundlicher. Am Abend suchen wir das Campingplatz Restaurant auf und bestellen uns eine Paella. Vorweg gibt's noch eine Portion Calamares. Dieses Restaurant hat eine sehr gute Bewertung bei Google.....und das zu Recht.
Heute gibt's nur Futterbilder, weitere wurden nicht gemacht 😅
13/10 - Wir sind beide sehr lustlos - sind voll im Faulenzer-Modus.
Sonne, Wind vom Meer - 26 Grad.......
Es ist nicht viel passiert heute, wir sind lange am Campingplatz, dann mal am Strand ( zu windig) und dann zum Abend wieder in der City. An der Strandpromenade sehen wir heute viele Pavillons mit Schmuck und anderen handwerklichen Angeboten. Die Stadt ist total voll, überall hört man Straßenmusikanten mit toller Musik. Die Atmosphäre ist sehr lebendig und angenehm. Die Geschäfte sind trotz der hohen Preise gut besucht. Auch in den Restaurants und Bars sind alle Plätze belegt.
Wir finden heute eine neue Tapasbar mit guten Tapas.
Die Tapas werden uns auf dem Rückweg in Frankreich/Deutschland fehlen.
14/10 - Nach sechs schönen Tagen verlassen wir den Campingplatz in Sitges und steuern zunächst Blanes an. Hier gibt es 2 Botanische Gärten die lobend erwähnt werden. Davon wollen wir uns einen anschauen. Leider finden wir auf dem Stellplatz keinen freien Platz mehr, da hier anscheinend ein großes Boule-Turnier stattfindet. Alles ist komplett belegt. Auch ein zweiter Versuch zu parken ist ergebnislos. Wir geben auf und entscheiden uns für die Weiterfahrt nach Girona. Hier klappt alles gut und wir bleiben für eine Nacht auf einem Stellplatz. Mit dem Rad sind es 3 km in die Altstadt. Wir bummeln über die Placa de la Independència (ein wunderschöner quadratischer Platz - und komplett mit Außengastronomie) und überqueren gleich daneben eine Brücke über den Rio Onyar. Bunte Häuser liegen am Flussufer, das gibt ein schönes Gesamtbild. Und schon sind wir in der Altstadt in einem Gewirr von Gassen und Treppen. Hier im Judenviertel stehen die Häuser dicht beisammen. Manchmal ist die Gasse nur 1 m breit. Beständig geht es bergauf und bergab.
Die Kathedrale überragt die Altstadt, gleich dahinter schauen wir uns die Reste von den arabischen Bädern (12. Jhd.) an. Nach der Mittagspause mit einem Menü del Dia besteigen wir die gut erhaltene Stadtmauer und laufen ca. 2 km darauf. Immer wieder gibt es eine schöne Sicht auf die Stadt. Schade, dass die Sonne heute nicht scheint. Auf der sehr schönen Placa de la Independència setzen wir uns auf ein Bier und einen Aperol in ein Cafe und schauen dem bunten Treiben zu.
15/10 - Bei leichtem Nieselregen verlassen wir heute Spanien. Vorher kaufen wir noch einmal tüchtig ein. Kurz vor der Grenze zu Frankreich tanken wir zum letzen Mal den günstigen spanischen Diesel und dann: Adios España! Die Wetter-App sagt ungefähr ab Nimes besseres Wetter mit Sonnenschein voraus. Schnell entscheiden wir uns für einen Stellplatz in Aramon - zwischen Nimes und Avignon - und tatsächlich kommt zum Mittag die Sonne heraus. Nach der langen Fahrt brauchen wir etwas Bewegung und schnell werden die Räder fertig gemacht. Eine kleine Radtour bergauf und bergab über 20 km führt uns durch eine wunderschöne hügelige Landschaft.
Beim anschließenden Rundgang durch Aramon sind wir sehr positiv überrascht, wie hübsch der Ort doch ist.
16/10 - In der Nacht hat es kräftig geregnet. Weiter geht's heute ca. 300 km in Richtung Nord/Ost. Da soll es heute trocken bleiben. Entlang der Rhone regnet es immer wieder tüchtig. (Einen Tag später lesen wir von schweren Überschwemmungen im Rhonetal )
Erst als wir auf Grenoble zufahren, sehen wir wieder den blauen Himmel und die ersten hohen Berge. Ein tolles Panorama!
In Challes les Eaux fahren wir einen Campingplatz an - und treffen genau die Mittagspause.
Nebenan ist ein großer Parkplatz, hier parken wir, essen etwas und fahren mit dem Rad 6 km nach Chambéry.
Das berühmteste Wahrzeichen von Chambéry heißt La Fontaine des Éléphants - der Elefanten-Brunnen.
In Originalgröße stehen die halben Elefanten unter einer großen Säule und werfen Wasser durch ihre Rüssel in ein Becken.
Der Brunnen ist das Symbol von Chambéry und wurde 1838 zu Ehren des General-Grafen de Boigne errichtet, der in Indien ein Vermögen machte und der Stadt gegenüber sehr großzügig war. Die Chambériens nennen sie “Les Quatre sans cul” (Die vier ohne Arsch).
Dort, wo einst ein Flüsschen die Stadt durchfloss, erstreckt sich heute die Place Saint-Léger als 300 Meter lange Bummelmeile vorbei an Häusern mit bunten Fassaden und vielen Terrassencafés. Auch wir setzen uns hier bei angenehmen 23 Grad hin und genießen den Trubel. 15 Gassen münden – genau im rechten Winkel – auf den Platz. Arkadengänge, ein Schloss und eine Catedrale fallen uns auch noch ins Auge. Es ist eine hübsche Stadt mit südländischem Flair.
17/10 - Gegen 9 Uhr starten wir - wieder bei Regen - die Fahrt durch die Schweiz nach Deutschland.
Gestern Abend haben wir uns schon das Ziel ausgewählt und auch die Speisekarten der Restaurants in der Nähe angeschaut. Da braucht man ja auch ein Übersetzungsprogramm um zu verstehen was Brägele, Schäufele, Bibiliskäs und Ochsenmaul ist.
In Deutschland wird dann erstmal wieder getankt. Wir sind von Spanien bis hierher mit einer Tankfüllung gefahren.
In Hügelheim stellen wir uns auf den Hof von einer Winzergenossenschaft. Hier steht man ruhig und richtig schön.
Mit dem Rad suchen wir uns im Nachbarort Müllheim ein Café und fahren dann durch die Weinberge zurück.
Rudi kauft noch ein paar Fläschchen Wein zum Mitnehmen ein. Das ist der Preis für die Übernachtung!!
Mittlerweile steht ein zweites Mobil neben uns. Wir sitzen mit den Nachbarn erst im Garten und später auch beim Italiener zum Essen zusammen und tauschen Urlaubserlebnisse aus.
18/10 - Heute lässt sich die Sonne gar nicht blicken, ab und an regnet es sogar. Erst um 10 Uhr kommen wir weg, wir plaudern noch lange mit den Berlinern, die neben uns stehen.
Die A5 ist wieder schrecklich voll und es dauert nicht lange, bis wir wieder im Stau stehen. Autofahren in Deutschland macht einfach keinen Spaß.
Bad Wimpfen ist unser Ziel für heute. Aber bei dem nassen Wetter ist es hier doch sehr ungemütlich. Eine Quiche mit einem leckeren Salat ist unser heutiges Mittagessen.
Übernachten wollen wir hier doch nicht, also fahren wir weiter.
Danach geht es weiter über die A81, die A3 und Landstraßen mit mehreren Umleitungen nach Lohr am Main. Hier gibt's einen großen Wohnmobilstellplatz direkt am Main. Hinstellen und Strom anschließen (alles völlig unkompliziert), und ab in die Altstadt. Aber vorher suchen wir noch unsere dicken Hosen und Jacken raus. Die brauchen wir nun. Die Stadt ist ganz nett anzuschauen - aber viel ist hier nicht los. Hier in Lohr wird einem vermittelt, dass Schneewittchen aus diesem Ort kommt. Überall gibt es Spuren von ihr zu sehen.
Einen Kneipenbummel können wir uns schenken. Am Abend fängt es auch hier an zu regnen, da machen wir es uns doch im Auto gemütlich.
19/10 - Heute sieht es schon wesentlich freundlicher draußen aus. Nach einem Marktbesuch in der Innenstadt fahren wir noch ein Stück auf dem Mainradweg.
Mittags kommt die Sonne raus, wir genießen die Wärme und plaudern mit unseren heutigen Nachbarn.
Und dann machen wir uns auf den Weg, 4 Stunden brauchen wir nach Hause. Die A7 ist überraschend leer und wir kommen gut durch.
Wir haben wieder viel Schönes auf unserer Reise gesehen und erlebt. Das Wetter hätte besser sein können. Nur selten konnten wir draußen frühstücken oder den Abend verbringen. Auch haben wir nicht bedacht, dass Zentralspanien - von der portugiesischen Grenze bis fast ans Mittelmeer - eine Höhe von 1000 m aufweist.
Trotz allem ist Spanien mittlerweile unser LieblingsReiseland. Hier ist alles so unkompliziert.
So kurz vor Weihnachten sind nun auch die letzten Mautkosten abgebucht worden. Wir haben mit dem Maut Badge von Bip&Go in Frankreich, Spanien und Portugal insgesamt 368€ gezahlt.