14/05 - Auf einer super ausgebauten Straße haben wir die 45 km bis Gallipoli schnell geschafft. Vollgetankt wird unser Auto auch gleich auf der Fahrt (1,559€)
Wir quartieren uns auf dem Agricampeggio ein und bekommen wieder einen tollen Stellplatz. Es ist auch nur ein kleiner Platz mit 30 Stellplätzen. Gleich daneben ist ein großer Supermarkt - Famila, sehr praktisch!! Natürlich treffen wir auch gleich wieder auf das Ehepaar aus Düren 😅.
Gallipoli liegt 4 km entfernt und heute ist Markt. Das ist unser erster Marktbesuch in Italien in diesem Urlaub.
Der Markt ist ganz schön groß und das Angebot wiederholt sich immer wieder. Wir kaufen uns Oliven, Obst und Gemüse und dann reicht's uns auch.
Am Nachmittag will Rudi mal wieder ins Meer. Die nächsten zwei Tage ist schlechtes Wetter mit viel Regen angesagt. Den würde ich ja gerne nach Hause schicken, da wird er dringend benötigt.
Einen ersten Eindruck von Gallipoli müssen wir natürlich auch noch gewinnen. Die Altstadt liegt ca. 4 km vom Campingplatz entfernt auf einer Insel, die nur durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Dies ist auch der wesentlich schönere Teil der Stadt. Enge Gassen prägen das Bild der Altstadt. Viele Geschäfte, Souvenirläden und Restaurants finden wir auf unserem Rundgang. Eine riesige Kathedrale wurde mitten in die Altstadt gebaut.
15/05 - Heute soll ab Nachmittag der Regen aufziehen, deshalb starten wir gleich nach dem Frühstück zu der geplanten Tour. Die Anfahrt mit den Rädern über ca. 10 km können wir meist entspannt auf Radwegen zurücklegen, kämpfen aber gegen den kräftigen Gegenwind an.
Die Wanderung aus dem Rother Wanderführer führt uns durch den Parco Naturale Regionale zum Punta Pizzo und im Bogen wieder zurück. Das sind etwa 8 km. Ein Teil des Weges ist etwas beschwerlich zu laufen, da er durch den lockeren Sandboden am Strand verläuft. Größtenteils wandern wir in herrlicher Umgebung und schöner Natur.
Wir haben tatsächlich Glück mit dem Wetter! Kaum zurück am Platz setzt wirklich der angesagte Regen ein und vertreibt uns in das Auto.
Wir besuchen am Abend das Restaurant auf dem Platz. Das Essen ist sehr lecker 😋.
16/05 - So schlimm war es zum Glück in der Nacht nicht bei uns mit dem Regen. Am Morgen scheint sogar etwas die Sonne. Wir beschließen noch zwei Nächte hier zu bleiben. Der Platz gefällt uns sehr gut mit den vielen Pflanzen und dem Supermarkt gleich nebenan. Im Landesinneren hat es sich tüchtig abgekühlt und muss sich erst wieder erwärmen.
Das Auto wird von innen mal wieder von Sand und Staub gereinigt. Die Bettwäsche und alle Handtücher werden gewechselt und im Kofferraum alles mal wieder sortiert.
Entgegen der Vorhersage bleibt es auch am Nachmittag trocken und sonnig. Wir bleiben auf dem Platz, ist auch mal schön. Am Abend machen wir uns selber Antipasti auf dem Grill , es gelingt uns gut.
Dazu gibt's Nudeln mit einer Olivensoße und die restlichen Oliven vom Markt.
17/05 - Heute nehmen wir uns etwas mehr Zeit für Gallipoli. Die Stadt wurde 265 v.Chr. von griechischen Kolonisten als Kallipolis gegründet. Der griechische Name bedeutet übersetzt „Schöne Stadt“. Die Altstadt befindet sich auf einer Insel, die über eine Brücke erreichbar ist.
Das riesige Kastell fällt sofort ins Auge. Davor liegen die Fischerboote und bieten ihren frischen Fang an. Auf den Booten werden die Netze repariert und geordnet.
Bevor es Petroleum gab, dienten Kerzen und Öllampen als Lichtquellen. Apulien war im 17./18. Jh. für sein hochwertiges Lampenöl bekannt. Es wurde aus Oliven gewonnen, die man vor der Pressung lange gelagert hatte. Gallipoli war der wichtigste Lampenöllieferant für das Baltikum, Russland, Niederlande, England und das Osmanische Reich.
Verarbeitet wurden die Oliven in Gallipoli in 35 unterirdischen Ölmühlen. Die Hallen für die Mühlen wurden von Hand aus den Felsen geschlagen.
Eine Anlage besichtigen wir hier mit Audioguide. Wir erfahren viel von der Glanzzeit und später vom Untergang, als das Petroleum in der 2. Hälfte des 19. Jh. auf den Markt kam.
Weiter geht's auf der "Shoppingmeile" in Richtung Küste zur ältesten Kirche von Gallipoli, der Chiesa di San Francesco D'Assisi. Es ist schon erstaunlich, wie viele Kirchen es in der kleinen Altstadt gibt. Wir laufen entlang der Mauer, die die Altstadt umgibt, holen uns ein Eis vom dreirädrigem Eiswagen und schwenken dann wieder in die schmalen Gassen ein. Wer hier meint, in ruhiger Gasse zu laufen, liegt damit völlig falsch: hier spielen Kinder Fußball, auch Autos und kleine Lieferwagen müssen hier unbedingt durch! Dann bekommt Bine endlich ihre erste Pizza auf der Reise! Die ist gut. Pizza können sie hier! Wir sitzen neben der Cattedrale und lauschen dabei netter Livemusik.
Ein neues Handtuch brauchen wir auch unbedingt!!!! 😉 Zum Abschluss müssen wir noch eine Spezialität der Gegend probieren: den Pasticciotto (Mürbeteig mit Vanillecreme Füllung) dazu einen Café Americano, der ist aber schon sehr stark!
Den Rest des Tages genießen wir die Sonne auf unserem Platz. Hier gefällt es uns wirklich gut. Trotzdem reisen wir morgen weiter. Die Temperaturen steigen nach den Gewittern auch im Inland wieder.
18/05 - Auf kürzestem - aber nicht schnellstem - Weg fahren wir 150 km in Richtung Norden nach Laterza. Für die Strecke brauchen wir gut 2,5 Stunden.Hier gibt es einen Wohnmobilstellplatz dicht am Beginn des Wanderweges "Gravina di Laterza". Diese Schlucht ist ca. 12 km lang, fast 200 m tief und durchschnittlich 400 m breit. Der Wanderweg führt ca. 5 km oberhalb der Schlucht entlang. Immer wieder gibt's schöne Ausblicke in die Schlucht. Es ist ein schmaler Pfad, der nicht so anstrengend zu gehen ist. Nach ca 4 km drehen wir wieder um und treten den Rückweg an.
19/05 - Nur knapp 30 km weiter liegt Matera auf 400 Hm. Was für ein Traum von einer Stadt! Hoch auf einem Berg liegt die Altstadt an die Felsen geklatscht. Hier befinden sich die Sassi, ein Komplex aus Höhlensiedlungen, die in die Felswand geschlagen wurden.
Hier lebten bis in die 50er-Jahre rund 20.000 Menschen unter erbärmlichen Bedingungen – bis sie zwangsgeräumt wurden und in neuere Wohnungen umgesiedelt wurden. Inzwischen sind viele der Felsenwohnungen hergerichtet und werden als Museum, Restaurant und Galerie genutzt. Es gibt einige Felsenwohnungen, die man sich anschauen kann, die zeigen, wie die Menschen damals darin lebten, mit Kindern und Tieren.
Eigentlich ist jeder Meter ein Fotomotiv. Wir kämpfen uns mit Massen von geführten Reisegruppen und auch Schülergruppen durch die Gassen auf Treppen auf und ab. Wir besichtigen die Cattedrale, eine Felsenkirche, eine Zisterne und eine ehemalige bewohnte Felsenwohnung. Tolle Gebäude und sehr schöne Piazzas gibt es hier. Sogar in die Felsen gehauene Kirchen können wir besichtigen. Kilometer um Kilometer latschen wir durch die Stadt und können gar nicht genug davon bekommen.
Am Abend fahren wir zu einem Aussichtspunkt, um den Sonnenuntergang und die nächtliche Beleuchtung der Stadt zu sehen.
20/05 - Die Nacht war mit 11 Grad wieder sehr kalt. Zum Frühstück können wir aber wieder draußen sitzen.
Am Rande der Altstadt von Matera liegt vor uns eine 70m tiefe Schlucht. Sehr steil geht es bergab, mehrmals rutschen wir auf den glatten Steinen aus. Unten führt der Weg dann eben entlang eines Baches bis zu einer Hängebrücke. Ganz schön wackelig ist es darauf. Rechts und links des Weges ragen gigantische Felsen empor. Dort oben auf den Felsen sind wir gestern gelaufen. Es ist schon sehr beeindruckend.
Mit dem Fahrrad umrunden wir die gesamte Altstadt. Wieder entdecken wir neue Plätze und schöne Ecken. Nach einer ausgiebigen Pause in einem schön gelegenen Bistro fahren wir zurück zum Stellplatz. Es wird ungemütlich, die Sonne ist weg und Wind kommt auf. Wir plaudern lange mit unseren Nachbarn, mit denen wir jetzt schon zum dritten Mal auf dem gleichen Platz stehen 😅.
21/05 - 270 km liegen heute vor uns. Rudi hat uns wieder auf einem Agricamper Stellplatz angemeldet. Auf gut ausgebauten Straßen kommt man zügig voran. Auf Höhe von Potenza sind wir 800 m hoch, hohe Berge liegen vor uns und wir fahren durch unzählige Tunnel und auch durch unzählige Baustellen. Gegen Mittag kommen wir auf dem Agri Camper Hof in Sant'Angelo in Formis an - kein Mensch ist da.
Wir stellen das Auto ab und los geht's mit den Rädern ins 10 km entfernte Caserta. Wahrscheinlich hat kein Mensch außerhalb Italiens von diesem Ort gehört, aber er hat eine wahnsinnige Sehenswürdigkeit zu bieten. Eine Schloßanlage mit riesigem Park, die an Versailles und Sanssouci erinnert. König Karl III. ließ ihn Mitte des 18. Jh. errichten. Er plante das Versailles Italiens mit 1217 Räumen. Der Rundgang durch das Gebäude ist schon sehr beeindruckend. Durch den Park können wir sogar mit dem Rad fahren.
Bei der Rückkehr werden wir freundlich auf italienisch begrüßt. Mit uns steht noch eine Niederländerin auf der Wiese. Hier gibt's Bio Produkte auf dem Hof zu kaufen, Wein, Pasta, Marmeladen, Honig, Olivenöl, Orangen, Zitronen und vieles mehr. Der Wein wird frisch abgezapft und gleich probiert. Neben uns sind mehrere Tiere im Gehege. Hühner, Puter, Gänse und ein Pfau haben wir gleich entdeckt. Der Pfau schreit lautstark. Hoffentlich schläft er auch heute Nacht.
22/05 - Um 5 Uhr geht's los mit dem Geschrei. Zwei unterschiedliche Schreihälse unterhalten sich 😂. Eines ist auf jeden Fall der Pfau. Doch plötzlich ist wieder Ruhe und wir schlafen noch bis fast 8 Uhr. Richtig schön ist es hier auf dem Hof, eine lockere Atmosphäre herrscht hier, alle haben Zeit. Wir kaufen noch ein paar Bio- Orangen und Zitronen 🍋 und verabschieden uns. 190 km weiter in Richtung Norden wollen wir heute. Immer noch liegen auf der ganzen Strecke hohe Berge rechts und links der Autobahn, heute nur in einer dichten Wolkendecke. Das Wetter ist im Landesinneren und in der Toskana sehr unbeständig. Hier gibt's immer wieder viel Regen und meist starke Bewölkung - und das schon seit Wochen.
Nach 2 Stunden erreichen wir unser anvisiertes Ziel Tivoli. Der Platz für die Wohnmobile ist vollgestellt mit PKWs, es ist alles total eng und in der Stadt herrscht Verkehrs Chaos. Wir fahren weiter nach Orvieto. Das sind nochmals 100 km zu fahren. Hier finden wir noch genügend freie Plätze. Die Stadt liegt hoch oben auf einem Berg. Der bequemste Weg nach oben ist eine Zahnradbahn, die ihre Talstation direkt neben unserem Stellplatz hat. Für einen ersten Eindruck fahren wir damit heute hoch. Zwei Stunden laufen wir durch die Gassen und staunen, wie viele Autos sich hier durchschieben. Das haben wir uns etwas anders vorgestellt. Die meisten Restaurants machen erst um 19:30 Uhr auf. Wir haben Hunger und stärken uns mit einer Pizza. Mit der Zahnradbahn fahren wir wieder runter und es fängt an zu regnen.
23/05 - Heute früh war es nicht der Pfau, sondern ein kräftiger Regenschauer, der uns früh weckte. Aber, wir schlafen zum Glück immer noch mal ein.
Strahlend blauen Himmel haben wir zum Frühstück. Mit dem Rad fahren wir auf der Straße 5 km bis zur Stadt Orvieto hoch. Heute schauen wir uns alles etwas intensiver an. Zum Schluss steigen wir auf einen Turm und haben einen prächtigen Rundumblick. Begeistern tut uns die aber Stadt nicht. Wir beschließen heute noch weiterzufahren.
Der Stellplatz ist gut ausgestattet - u.a. auch mit Dusche und WC , aber er liegt zwischen zwei Bahnlinien. Nachts ist Ruhe, aber es nervt uns auch tagsüber.
In einer Stunde erreichen wir Montepulciano (600 Hm). Wir verlassen Umbrien und sind nun in der Toskana. Die Berge sind sanfter , viele Zypressen stehen an den Wegen - halt das typische Toskanapanorama.
Ziemlich zentrumsnah ist der Stellplatz. Mit einem Fahrstuhl können wir hoch in die Stadt fahren. Der berühmte Wein - Vino Nobile di Montepulciano - wird hier in vielen Geschäften und Weinstuben angeboten. Der erste Rundgang ist schon vielversprechend. Alle Wege führen steil bergauf bis hoch zur Cattedrale. Von den Aussichtspunkten haben wir einen wunderbaren Blick auf die toskanische Landschaft.
24/05 - Nach einer kalten Nacht mit 10 Grad wärmt uns morgens wieder die Sonne. Wir warten bis 10 Uhr, bis wir starten. Die Tour verläuft komplett auf einer Autostraße. Radwege gibt's hier kaum und wenn, sind sie sehr schlecht befahrbar. Aber es ist heute nicht viel Verkehr, die schöne Umgebung nimmt unsere volle Aufmerksamkeit in Anspruch. Wir stoppen auf dieser Tour am Palazzo Massaini, in Pienza und in Monticchiello. Alles wunderbare Orte und immer wieder schöne Ausblicke. Die Strecke ist sehr hügelig, es war schon etwas anstrengend.
Ein Besuch in Montepulciano ohne Weinprobe geht gar nicht! Der Wein ist hier allgegenwärtig. Es gibt viele Geschäfte, die neben dem Verkauf selbstverständlich auch Tastings anbieten. Die jahrhundertealte Weinkellerei Ercolani bietet mitten in der Stadt neben Verkauf und Tastings auch Führungen in den Kellern unter Tage an. Da sind wir gerne dabei. Nach der ausführlichen Führung bekommt jeder Teilnehmer noch eine Auswahl von 5 Weinen angeboten, mit kleinem Imbiss. Es werden keine Geheimnisse aus den Preisen gemacht. Wir bekommen Weine des berühmten Vino Nobile in der Preisklasse von 24€ bis 44€ je Flasche eingeschenkt. Natürlich nehmen wir ein Paket mit! In den Regalen stehen aber auch wesentlich teurere Flaschen mit über 100€!
25/05 - Nur 24 km entfernt liegt Lucignano, ein kleines hübsches Bergdorf, welches in Form einer Ellipse angelegt ist. Direkt an der Altstadt gibt's einen großen Stellplatz. Heute am Sonntag ist er mit Italienern gut belegt. Gegen Mittag hören wir aus dem Ort laute Trommelwirbel. Da muss wohl was los sein und wir ziehen los. Zum Fest in die Altstadt kommen wir nur mit 10€ Eintritt. Ein kleiner Umzug mit Pferd, Trommlern, Fanfaren sowie viele kostümierte Mitläufer können wir verfolgen. Am Hauptplatz gibt's Essen und Trinken. Ein dicker Schweinebraten wird hier aufgeschnitten und im Brötchen serviert. Rudi schmeckts.
Am Nachmittag um 16 Uhr gehen wir nochmals in die Altstadt. Ein Umzug mit Blumenwagen und vielen Folklore Gruppen ist im Flyer aufgeführt. Sehr laut und temperamentvoll treten die Gruppen auf. Die Blumenwagen sind sehr fantasievoll geschmückt und haben Mühe, sich durch die Menschenmassen zu quälen. Der ganze Ort und jede Menge Touristen sind da, um sich das Spektakel anzuschauen.
26/05 - Als es Rom noch gar nicht gab, war das etruskische Arezzo bereits bedeutend (4.Jh.v.Chr.). Arezzo liegt in der östlichen Toscana. Sie ist die viertgrößte Stadt der Toskana (nach Florenz, Livorno und Prato).
Mit ihren Kaufherrenpalästen, Patrizierhäusern und Sakralbauten wird Arezzo gemeinhin als ein „Juwel“ der mittelalterlichen Architektur und Kultur betrachtet.
Heute Morgen haben wir den letzten Krümel Tee verbraucht. Ganz dringend brauchen wir nun neuen. Das ist im Kaffee trinkenden Land nicht ganz einfach.
Vom Stellplatz sind wir schnell an der Stadtmauer und können mit mehreren Rolltreppen hoch in die Altstadt fahren. Zuerst besichtigen wir den Dom von Arezzo und besuchen dann den schönen Mittelpunkt der Stadt: Piazza Grande - ein trapezförmiger Platz. Dann geht's auf die Suche nach Tee. Ganz zum Schluss unserer Rundtour stehen wir doch tatsächlich vor einem richtig großen Teegeschäft!!
Nach einem letzten toskanischen Essen verlassen wir die Stadt in Richtung Küste.
Am Abend gehen wir zum Strand. Der Ort ist noch total leer, die Saison hat noch nicht begonnen. Es wirkt alles trostlos. Die Liegen und Schirme sind schon aufgebaut. Morgen zähle ich mal, wie viele Reihen es gibt. Das Wasser soll 19 Grad haben.
Danach sitzen wir windgeschützt im Zelt.....wunderbar.
28/05 - Zuerst schauen wir uns heute die Stadt Cervia an, die ca. 2 km entfernt ist. Hier sind überall Radwege angelegt, die auch gut genutzt werden. Es gibt einen kleinen Hafen, der überwiegend von Sportbooten belegt ist. Der Ortskern ist klein und ohne touristische Anziehungskraft. Was uns positiv auffällt, ist die Blumenpracht im Ort.
Auf dem Rückweg fahren wir durch die Salinen von Cervia und sehen viele Flamingos.
Natürlich geht's danach noch an den Strand. Hier an der Adria kann man meist nur über eine Badeanstalt zum Strand kommen. Es gibt nur wenige freie Abschnitte. Alles ist zugebaut. Dafür hat man dann auch Umkleidekabinen, Toiletten, Sportmöglichkeiten und wird mit Essen und Trinken versorgt. Die Liegestuhlreihen sind z.Zt. fast alle noch leer. 25 Reihen mit Liegestühlen habe ich gezählt.
Das Wasser ist sehr flach, aber dadurch auch sehr warm. Rudi ist lange am Strand.
29/05 - Heute ist ein großer Markt in Cervia. Das ist eine willkommene Abwechslung. Hin geht es. Hier gibt es alles, von Bekleidung über Elektronik bis zu Lebensmitteln. Wir decken uns mit Obst, Gemüse und Oliven ein und das war es mit Aktivitäten für heute. Wir haben keine Lust mehr, irgendetwas großartiges zu unternehmen. Es ist warm und sonnig und den Nachmittag liegen wir am Strand. Zum Abend wird mal wieder gegrillt.
30/05 - 8 km südlich von Cervia liegt Cesenatico. Der Portokanal, mit vielen antiken Segeln, trennt die Stadt in zwei Hälften und mündet dann im Meer. Rundherum liegt ein altes Dorf in dem früher Seeleute und Fischer gewohnt haben. Die Häuser sind in warmen Farbtönen gestrichen und geben dem ganzen ein freundliches Bild. Am Kanal reihen sich Cafés, Restaurants und Shops aneinander. Auf einem Platz in 2. Reihe sehen wir eine Konserve. Ein kegelstumpfförmiger Brunnen, der früher mit Eis und gepresstem Schnee gefüllt wurde, um die Fische zu konservieren.
Am Nachmittag genießt Rudi wieder den Strand und das Meer. Mir ist es heute am Meer zu windig. Mittlerweile ist es voller am Strand geworden. Die Saison startet wohl dies Wochenende.
31/05 - Seit gestern Abend kommt ein Fahrzeug nach dem anderen hier auf dem Campingplatz an. Es war soooo ruhig hier - das ist nun vorbei. Die Dauercamper begrüßen sich alle sehr herzlich und plaudern ohne Ende. Und für jeden kleinen Weg benutzen sie das Auto.
Heute ist unser letzter Tag hier. Es ist mit 29 Grad ohne Wind sehr schön zum Baden. Sogar ich gehe heute das erste mal rein. Geschätzt hat es 22 Grad. Auch am Strand ist viel los, man merkt, dass Wochenende ist.
01/06 - Früh steigen wir aus den Betten. Wir haben eine 3-stündige Fahrt vor uns und wollen nicht so spät ankommen. Das Ziel ist das Nordufer des Gardasees in Torbole. Super kommen wir voran. Aber direkt nach der Autobahnabfahrt in Richtung Gardasee bleiben wir stehen - und das im Tunnel 😟. Im Schneckentempo geht es über eine halbe Stunde weiter.
Auf dem Platz angekommen (es gibt 120 Plätze) sind gerade noch 3 Plätze frei. Es wird dann schnell eine Kleinigkeit gegessen und los geht's mit den Rädern am Fluss entlang ins Hinterland. Der Radweg ist wunderbar! Das können die Italiener. Massen von Radfahrern sind unterwegs, aber kein Problem, es gibt je Fahrtrichtung eine eigene Spur.
Auf dem Rückweg machen wir noch in Riva halt. In dieser schönen Stadt ist reichlich Tourismus. Das angekündigte Nachmittags Gewitter hält 15 Minuten an und dann scheint wieder die Sonne bei 30 Grad.
02/06 - Mit 35€ war die letzte Nacht die teuerste unserer ganzen Reise.....Gardasee !!!!!
Beim Frühstück ordern wir wieder die digitale Streckenmaut und die digitale Vignette.
Wenigstens bis Deutschland wollen wir heute fahren. Das Wetter hält sich gut, der Engpass am Brenner ist auch gut befahrbar. Auf der ganzen Strecke vom Gardasee bis zum Brenner sehen wir nur 4 LKWs.
Kaum sind wir in Deutschland, wird unser Auto durch Starkregen gesäubert. Es ist hier unten auch kein Ende des Regens in Sicht. Eine Stunde Kaffeepause machen wir in Garching und fahren dann bis kurz vor Ingolstadt auf einen Stellplatz. Wohnmobilplätze sind sehr rar in dieser Ecke Bayerns. Aber auch hier regnet es tüchtig.
03/06 - Nach 90 Minuten Fahrt erreichen wir schon Bayreuth. Hier wollten wir schon immer mal stoppen. Auf dem Stellplatz sind so früh am Morgen schon einige Plätze frei und wir starten gleich die Stadtbesichtigung.
Erst fahren wir zur Eremitage und bummeln durch die Anlage. Leider sind die Wasserspiele noch nicht an.
In der Stadt stehen viele Schlösser und barocke herrschaftliche Bauten.
Die Oper besichtigen wir auch von innen, was für ein Prunk wurde damals geschaffen!!
Alles ist gut mit dem Fahrrad zu erreichen und der Stellplatz liegt auch optimal.
04/06 - Heute fahren wir die letzte Etappe nach Hause. Leider regnet es fast die ganze Zeit. Dann erwischt uns noch eine komplette Sperrung der Autobahn nach einem Unfall. 90 Minuten kostet uns dieses.
Aber wir kommen zum Glück heile wieder in Gronau an.
4800 km haben wir auf dieser Fahrt mit dem Auto zurückgelegt. Mit dem Fahrrad waren es nur 750 km.